Richtiges Vorgehen bei Hagelschäden

Hagel richtet in der Schweiz jedes Jahr grosse Schäden an. In vielen Regionen stellt sich nicht die Frage, ob, sondern in welchem Umfang die Gebäude von Hagelschäden betroffen sind. Ein bildlicher Vergleich dessen, was passiert, wenn es hagelt: Grosse Mengen Einfränkler, die vom Himmel herabsausen. Manchmal sogar Golfbälle. Die Schäden, die Hagel anrichten kann, sollte man entsprechend ernst nehmen und frühzeitig Schutzvorkehrungen treffen. Denn Hagel verursacht Schäden an Gebäuden und damit verbunden Kosten, die über einen Ersatz der betroffenen Bauteile hinausgehen.


Hagel – ein häufiger «Schädling» in der Schweiz

Rund ein Drittel aller Elementarschäden in der Schweiz ist auf Hagel zurückzuführen. Die erwähnten Einfränkler und Golfbälle stehen für zwei unterschiedlich häufige Schadenszenarien:

 

1. Hagel mit einem Durchmesser von zwei Zentimetern entspricht etwa der Grösse eines Einfränklers und kommt, gemäss den Erkenntnissen des Forschungsprojekts «Hagelklima Schweiz», pro Jahr rund 32 Mal vor. Fast genauso oft fällt sogar Hagel mit drei Zentimetern Durchmesser.

 

2. Ein Hagelkorn mit vier Zentimetern Durchmesser entspricht der Grösse eines Golfballs – ein Szenario, mit dem vielerorts in der Schweiz mindestens einmal in 50 Jahren zu rechnen ist. Ein einzelnes Hagelgewitter kann sich rasch über weite Gebiete erstrecken und viele Ortschaften fast zeitgleich in Mitleidenschaft ziehen. Hagelschlag kann dabei grossflächig Spuren der Verwüstung hinterlassen. Wie stark Gebäude in Mitleidenschaft gezogen werden, hängt von ihrer Bauweise ab.

 

Kleine Körner – grosser Schaden!

 

Was bedeuten diese Grössen? Ein zwei Zentimeter grosses Hagelkorn erreicht eine Geschwindigkeit von 70 km/h. Bei drei Zentimetern sind es 86 km/h, bei vier Zentimetern bereits 99 km/h. Diese Geschwindigkeiten geben eine Ahnung davon, welche Schäden Hagel anrichten kann, denn die Aufprallenergie nimmt mit der Geschwindigkeit im Quadrat zu.

 

Viele Bauteile einer Gebäudehülle können Schaden nehmen. Grundsätzlich hagelfest sind lediglich Beton oder Fensterglas mit einer Dicke von mindestens vier Zentimetern. Hingegen sind Dachziegel, Aussenverputze, Dichtungsbahnen oder Lamellenstoren, Rollläden und Sonnenstorenstoffe typische Opfer von Hagelschäden. Wie widerstandsfähig ein Bauteil gegenüber Hagel ist, hängt primär vom Material und vom Systemaufbau ab.

 

Intelligenter Schutz – sichere Bauprodukte

Eine Möglichkeit für Schutz vor Hagel liegt in der Verwendung hagelsicherer Bauteile. Denn selbst dann, wenn jemand zu Hause ist, reicht die Zeit unter Umständen nicht aus, um alle Storen rechtzeitig manuell hochzufahren, falls ein Gewitter aufzieht. Für Storen empfiehlt sich daher eine Fernsteuerung, welche auch via Handy bedient werden kann. Die Steuerung kann zudem mit einem Wettersensor verbunden werden, der veranlasst, dass die Storen bei Wind (Sturm) oder Regen (Hagel) automatisch hochgefahren werden.

 

Welche Versicherung zahlt Hagelschäden?

Wer seinen Grund und Boden und sein(e) Fahrzeug(e) gegen Hagelschäden versichern will, kann folgende Versicherungen abschliessen:

 

- Gebäudeversicherung für Schäden am Gebäude

- Hausratversicherung für Schäden an Garten, Treib- oder Schreberhäuschen

- Umgebungsversicherung für Schäden an der Gebäudeumgebung

- Hagelversicherung für Schäden an landwirtschaftlichen oder gewerblichen Pflanzkulturen oder Pflanzen im Garten respektive Schrebergarten

- Kasko-Versicherung für Schäden an Fahrzeugen

 

Wichtig für die Schadensabwicklung

Das sollte im Schadensfall und bei der Schadensabwicklung unbedingt beachtet werden:

 

- Sofortmassnahmen: Versuchen Sie, unmittelbar nach dem Schadensereignis den Schaden möglichst gering zu halten (Dach abdichten, Wasser abpumpen, Reinigungs- und Trocknungsarbeiten usw.).

 

- Schadensdokumentation: Dokumentieren Sie 1. den entstandenen Schaden mit Bildern, 2. Ihre Eigenleistungen in Stunden und 3. behalten Sie Belege von allfälligen Materialkosten auf.

 

- Altersabzüge: Bei einer Standard-Deckung wird die GVB bei den beschädigten Gebäudeteilen sogenannte «Altersabzüge» vornehmen. Die Alternative ist, eine Zusatzdeckung abzuschliessen – beispielsweise eine Neuwertdeckung.

 

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